Kontexte im Physikunterricht

Auszug aus der sächsischem Lehrplan im Fach Physik:

“Ausgangspunkt des Unterrichts sind physikalische Phänomene und Gegebenheiten des Alltags der Schüler, aus denen physikalische Fragestellungen abgeleitet werden können.”

Durchaus lobenswert ist, wenn man dieser Anforderung im Physikunterricht immer gerecht werden kann. Ich befürchte nur, dass es “physikalische Phänomene des Alltags” zur Relativitätstheorie oder Quantenphysik nicht gibt.

Ich denke natürlich, dass sich die Motivation der Schüler bei Fragen aus dem Alltag deutlich fördern lässt. Gibt es aber nicht auch genügend innerfachliche und Motivationsmöglichkeiten über Paradoxa und wissenschaftlichen Widersprüchen? Ist es nicht möglich über geschichtliche Kontexte beim Schüler Interesse zu wecken?

Die Einführung des Feldlinienmodells von Magnetfeldlinien lässt sich in der Physik motivieren, jedoch wohl kaum aus realen Alltagsfragen. In meinen Augen scheint auch eine an den Haaren herbei gezogene Alltagssituation nicht gerade für Interesse zu sorgen, sondern eher die Schüler zu bestätigen, dass Physik gerade in ihrem Leben keine große Rolle spielt.

Posted in Wissenschaftliche Hausarbeit | Tagged , , | 2.224 Comments

Bildungsstandards Physik durch die Kultusministerkonferenz

Auf der Suche nach Möglichkeiten Aufgaben und deren Schwierigkeit einzuordnen habe ich heute die mir bereits bekannten Bildungsstandards Physik noch einmal durchgearbeitet und analysiert.

In meinen Augen lassen sich die Kompetenzbereiche Fachwissen, Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung dem Ziel einer Aufgabenstellung zuordnen. Wählt man eine Aufgabe, so fördert sie den Kompetenzerwerb innerhalb der Bereiche. Durch die Anforderungsbereiche wird die Schwierigkeit der Kompetenzstufen differenziert.

Weiterhin heißt es in den Bildungsstandards:

“Inhalts- und handlungsbezogene Kompetenzen können nur gemeinsam und in Kontexten erworben werden.”

Kritisch gilt es da die beigefügten Beispielaufgaben zu bewerten, in denen meist nur ein Kompetenzbereich ausgewählt wurde.

Es scheint wohl nicht möglich den Anforderungsbereich (AB) 3 von Aufgaben im Internet, betrachtet wird eine Internetpräsenz losgelöst von Unterricht, angemessen abzudecken:

  • Fachwissen: “Wissen transferieren und verknüpfen – Wissen auf teilweise unbekannte Kontexte anwenden, geeignete Sachverhalte auswählen.”
    Meist sind die Internetlernangebote inhaltlich begrenzt, so dass ein Transfer unmöglich wird. Das alleinige Anwenden des Wissens auf einfache Kontexte wird mit dem Anforderungsbereich 2 abgedeckt. Die Bearbeitung unbekannte Kontexte ist sicherlich über das Internet besonders schwierig.
  • Erkenntnisgewinnung: “Fachmethoden problembezogen auswählen und anwenden – Unterschiedliche Fachmethoden, auch einfaches Experimentieren und Mathematisieren, kombiniert und zielgerichtet auswählen und einsetzen, Wissen selbstständig erwerben.”
    Internetangebote besitzen die Eigenschaft geschlossen zu sein und die Fachmethoden einzuschränken oder vorzugeben. Eine vollkommen offene Gestaltung ist technisch nicht realisierbar.
  • Kommunikation: “Darstellungsformen selbständig auswählen und nutzen – Darstellungsformen sach- und adressatengerecht auswählen, anwenden und reflektieren, auf angemessenem Niveau begrenzte Themen diskutieren.”
    Auch hier ergibt sich das gleiche Problem, wie bei der Erkenntnisgewinnung: Eine programmierte Internetplattform kann nur wenige vorgefertigte Auswahlmöglichkeiten für Darstellungsformen bieten. Schwierig wäre zudem die automatisiere Leistungsbewertung.
  • Bewertung: “Eigene Bewertungen vornehmen – Die Bedeutung physikalischer Kenntnisse beurteilen, physikalische Erkenntnisse als Basis für die Bewertung eines Sachverhalts
    nutzen, Phänomene in einen physikalischen Kontext einordnen.”
    Erneut ein bekanntes Problem: Es lässt sich wohl kaum eine programmierte, automatisierte Leistungsbeurteilung durch einen Computer für eine Aufgabe dieses Bereichs entwickeln.

In meinen Augen gibt es einige Lösungsansätze:

  1. Für die Erkenntnisgewinnung: Verknüpfung mit realem Unterricht oder Heimexperimente
  2. Für die Erkenntnisgewinnung, KommunikationundBewertung: Diskussionsforen oder andere kollaborative Werkzeuge
  3. Rechercheaufgaben im Internet, bei denen die Schüler die Informationsquellen oder Darstellungsformen wählen können

Aus diesen Lösungsmöglichkeiten ergeben sich jedoch wieder neue Fragen und Probleme: Wie und mit welchem Aufwand lassen sich Foren moderieren? Führt diese Zusammenarbeit auch zielführend? Werden Schüler im Internet verfügbare Informationen suchen, gezielt aussuchen und bewerten?

Ich denke, dass einige wichtige Aspekte von Aufgaben, die im Internet gestellt werden, durch die Anforderungsbereiche nicht abgedeckt werden. Eine Erweiterung oder eigene Einteilung werde ich innerhalb meiner wissenschaftlichen Hausarbeit selbst erarbeiten.

Posted in Wissenschaftliche Hausarbeit | Tagged , , , , | 2.104 Comments

Der Inhalt steht fest…

Nach einem Gespräch mit der Professorin für Didaktik der Physik an der TU Dresden, Frau Prof. Pospiech, steht fest: Ich werde meine wissenschaftliche Hausarbeit an dieser Professur schreiben.

Dabei werde ich eine Art eLearning-Plattform zur Internetvorbereitung für den Besuch des Schülerlabors DeltaX am Helmholtz-Zentrum Dresden Rossendorf erstellen und die Gestaltung durch psychologische, mediendidaktische und fachdidaktische Theorien begründen.

Auf der einen Seite ist ein gestecktes Ziel die inhaltliche Vorbereitung auf den Besuch des Schülerlabors, damit die gesamte Gruppe möglichst gleiche Voraussetzungen hat. Auf der anderen Seite setzt sich das Schülerlabor, demnach auch ich für die Gestaltung der Vorbereitung, das Ziel den Schüler zu motivieren und sein Interesse am wissenschaftlichen Arbeiten, der Physik und der Naturwissenschaft allgemein zu wecken. Im Vordergrund steht für mich erst einmal den Schüler für das Bearbeiten der Vorbereitung zu motivieren.

Inhalt meiner Hausarbeit soll zudem eine Kategorisierung der Fragen- und Aufgabenstellung sein, da anders als bei Lehrbuch- oder Testaufgaben auf Papier durch das Medium Computer eine direkte Rückmeldung, der Einsatz verschiedener Medien, vollkommen anonyme aber individuelle Testsituationen geschaffen werden. Demnach werden die gestellten Aufgaben auch weitere Dimensionen erhalten, die es zu beleuchten gilt.

Posted in Wissenschaftliche Hausarbeit | Tagged | 134 Comments

Jetzt geht es los…

Ich habe mich nun dazu entschlossen einen Blog über meine Examensprüfungen, die wissenschaftliche Hausarbeit, Hobbys, Nebenjob und weitere Dinge zu führen. Zum einen beschäftige ich mich schon seit mehreren Jahren mit den Entwicklungen und dem Entwickeln im Internet. Zum anderen werde ich meine wissenschaftliche Hausarbeit auch über die Wissensvermittlung im Internet schreiben – dazu in der entsprechenden Kategorie demnächst mehr.

Diesen Blog möchte ich dazu nutzen um mein Wissen aber auch Gedanken zu strukturieren und auch anderen Internetnutzern zur Verfügung stellen zu können. Ich hoffe, dass die Besucher auch Kommentare hinterlassen, die neue Perspektiven auf verschiedene Aspekte ermöglichen.

Posted in Allgemein | 224 Comments